UI on Demand
Die Oberfläche entsteht erst bei der Benutzung.

Jeder kennt das: Eine neue App ist installiert, aber bevor sie hilft, muss man erst verstehen, wie sie funktioniert. Wo ist die richtige Funktion? Welche Ansicht brauche ich? Und warum ist ausgerechnet das versteckt, was ich ständig nutze?
Entwickler müssen sich auf eine Oberfläche festlegen, obwohl Menschen dieselbe Anwendung unterschiedlich verwenden. Manche Programme zeigen deshalb sehr viele Möglichkeiten gleichzeitig. Andere verstecken Funktionen in weiteren Menüs. Auch eine gut gestaltete Standardansicht bleibt ein Kompromiss.
Mich interessiert ein anderer Ansatz: Was wäre, wenn die Anwendung zuerst versteht, was ich tun möchte, und daraus die passende Oberfläche erzeugt?
Ich könnte beim Einstieg beschreiben, wofür ich die App nutze. Danach würde auch jeder Klick weiteren Kontext liefern. Wer einen Überblick braucht, bekommt eine Zusammenfassung. Wer etwas vergleichen möchte, eine Tabelle. Wer eine Entscheidung treffen muss, die dafür relevanten Informationen und Handlungsmöglichkeiten.
Ein Beispiel ist die Heizung: Ich ändere abends die Temperatur in einem Raum. Die Anwendung könnte daraufhin anbieten, diese Änderung nur heute, für jeden Abend oder auch für weitere Räume zu übernehmen. Welche Auswahl erscheint, ergäbe sich aus der Situation.
Technisch denke ich dabei über eine weitgehend generierte Oberfläche nach. Beim klassischen Model-View-Controller-Prinzip wird die Ansicht meist vorab entwickelt. In meiner Vorstellung könnte ein LLM diese Ansicht während der Nutzung erzeugen – bis hin zu Layout, Tabellen und Bedienelementen. Daten und Berechnungen kämen weiterhin aus den angebundenen Systemen. Die Anwendung müsste Zugriffe, Berechtigungen und Änderungen kontrollieren und die erzeugte Darstellung prüfen.
Die Gestaltung könnte dadurch viel individueller werden. Gerade Menschen, die sich von Software überfordert fühlen, müssten sich seltener durch Möglichkeiten arbeiten, die sie gar nicht brauchen.
Das ist für mich eine Entwicklungsrichtung, die ich ausprobieren möchte. Dafür müssen die Antworten schnell genug sein und die Bedienung trotz aller Anpassung verständlich bleiben. Die zentrale Frage lautet: Welche Information und welche Handlungsmöglichkeit braucht dieser Mensch genau jetzt?
Verwandt: Einstellungsmenüs – wer suchet, der findet?.